Kaffee in der Deutschlandreise


Kaffee in der Deutschlandreise
Im 17. Jahrhundert gelangte der Kaffee nach Europa und verdrängte bei seinem Eroberungszug zeitweilig sogar das Bier als Volksgetränk Nummer eins.
Die ersten Kaffeehäuser entstanden in der Messestadt Leipzig, einem Zentrum der deutschen Aufklärung. Hier wurden Geschäfte eingefädelt und Klatsch ausgetauscht, die neuesten Zeitungen gelesen und Weltpolitik diskussiert, in „Richter’s Caffee Haus“ wurde der Börsenverein des deutschen Buchhandels gegründet. Eine kleine Einschränkung gab es: Frauen war der Zutritt verboten – soweit ging die die Aufklärung nun doch nicht. Die Damen wussten sich natürlich zu helfen und organisierten schon seit 1715 private Treffs: die Geburtsstunde der Kaffeekränzchen. Es war auch eine Frau, die den Kaffeefilter erfand: des Kaffeesatzes auf dem Tassenboden überdrüssig, stieß anno 1908 Melitta Bentz Löcher in einen Topfboden, bedeckte sie mit einem Löschpapier und füllte Kaffeepulver ein.
Dieses mit kochendem Wasser übergossen ergibt noch heute einen unverfälschten Kaffee, der die verwendeten Bohnen perfekt zur Geltung bringt – vorausgesetzt, es werden hochwertige Bohnen verwendet. 

Filterkaffee oder pour over?

Nachdem wir nun all die Jahre Cappuccino, Latte Macchiato und Chai Latte getrunken und dabei ein Vermögen für italienische Kaffeevollautomaten ausgegeben haben, wird es Zeit, mal wieder richtigen Kaffee zu trinken. Wir brühen den frisch gemahlenen Kaffee von Hand auf, Tassenweise oder, für ein „Kaffeekränzchen“, eine große Kanne. Die Betonung liegt dabei auf frisch. Genau dieses Detail macht neben den Bohnen den Hauptunterschied zwischen Oma’s Filterkaffee und einer Tasse Genuss pur aus. Das Verfahren nämlich ist das Gleiche – nur Oma’s Angewohnheit, den Kaffee stundenlang warm zu stellen, in Kombination mit Pulver aus billiger Massenproduktion, hat den Filterkaffee in Verruf gebracht.
Da ist Optimierungsspotenzial:
1. Der Kaffee wird frisch aufgebrüht. Punkt.
2. Wir beziehen den Kaffee aus einer kleinen Manufaktur die von Hand röstet.
Uwe Prommer sagt von sich selbst, er war 30 Jahre lang auf der Jagd nach dem perfekten Espresso, um dann festzustellen, dass er von der Kaffeeproduktion eigentlich nichts weiß.

Von dort bis zum Kaffeeröster war es ein langer Weg, er führte über Bali und Mexiko bis zum Petershof bei Hennef. Er importiert den Kaffee direkt von den Plantagen, die er selbst besucht hat und röstet die Bohnen von Hand, so dass Röstdauer- und Temperatur der Beschaffenheit der Bohne angepasst werden können. Das Ergebnis hat geschmacklich nur noch entfernt etwas mit den industriell verarbeiteten Bohnen der Großröstereien zu tun.

Um diesem besonderen Kaffee gerecht zu werden, wird zur Zubereitung keine Maschine genutzt, sondern das gute, alte Hand-Brüh-Verfahren, in der Szene pour over genannt. Ja, es gibt tatsächlich wieder eine Kaffee-Szene, der  Genuss wird zelebriert, eine deutliche Abkehr vom Latte Macchiato „to go“ mit Karamell/Schoko/Minze Geschmack.

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