Schwaben


Schwaben

Die historische Region Schwaben, auch liebevoll „das Ländle“ genannt, liegt zwischen Schwarzwald und Bodensee und ist nicht zu verwechseln mit dem Regierungsbezirk „Bayrisch Schwaben“.

Namensgeber war das mittelalterliche Herzogtum Schwaben und auch wenn heute die politischen Grenzen für Schwaben nicht mehr existieren, identifizieren sich die Bewohner mit dem „Ländle“ durch Dialekt, kulinarische Vorlieben und charakteristische Verhaltensweisen. Während die Schwäbische Mundart noch als „niedlich“ durchgeht und die kulinarischen Spezialitäten Maultaschen und Spätzle allseits beliebt sind, sorgt der unbedingte Wille zum Sparen nicht immer für Erheiterung im Rest der Republik, auch der wirtschaftliche Erfolg der Schwaben wird nicht zwingend positiv gesehen.

Maultaschen, Spätzle und mehr

Unstrittig ist das gute Essen im Schwabenland. Während die Begriffe Weckla für Brötchen und Wibele für Kekse auf den Dialekt zurück zu führen sind, steckt hinter  Hergottsbscheißerle eine Geschichte: die Mönche des Klosters Maulbronn kamen durch ungeklärte Umstände in der Fastenzeit zu einem Stück Fleisch. Die Zeiten waren hart und Verzicht keine Option – die findigen Mönche zerkleinerten das Fleisch, mischten es mit Kräutern und füllten es zur besseren Tarnung in Teigtaschen – in der Hoffnung, dem lieben Herrgott möge der Frevel entgehen.

Maultaschen und Spätzle sind in Deutschland inzwischen flächendeckend verbreitet. Allerdings hat die Maultasche im hiesigen Supermarkt-Regal mit dem Ursprungsprodukt ungefähr so viel zu tun, wie Dosen-Ravioli mit handgefertigter Pasta aus Italien und auch die hier erhältlichen Spätzle sind nicht mit der schwäbischen Variante vor Ort vergleichbar. Der Schwabe an sich ist fleißig. Für die Hausfrau ist es Ehrensache, die lokalen Spezialitäten von Hand zu fertigen, allenfalls der Teig für die Maultaschen wird beim örtlichen Metzger gekauft.

Schnaps und Bier in Schwaben

Maultaschen, Spätzle und Linsen sind keine leichte Kost, da empfiehlt sich ein guter Obstbrand zur Verdauung – typisch schwäbisch nimmt man nicht irgendeinen Obstler. Es wird Sortenrein gebrannt, Birnenbrand gibt es als Jagdbirne, Pastoren- oder Palmischbirne, Apfelbrand als Gewürzluiken, Bohnapfel usw. Die Streuobstwiesen entlang des Albtraufs mit ihren uralten Obstbaumsorten liefern die Rohstoffe für die kleinen Brennereien und Essig-Manufakturen, produziert werden kleine Stückzahlen in Handarbeit.  Bemerkenswert ist auch die Brauereidichte – ähnlich wie die Franken haben die Schwaben es geschafft, die kleinen Brauereien zu erhalten und genießen mit sichtlichem Lokalstolz die herkömmliche Vielfalt statt des preiswerten Industrie-Bieres – beim Essen und Trinken geht Genuss über Sparsamkeit!

Alb-Leisa

Die traditionell auf den kargen Böden der schwäbischen Alb angebauten Linsen sind durch ertragreichere Sorten verdrängt worden und waren fast ausgestorben. Dem Zusammenschluss einiger Bauern ist es zu verdanken, dass die geschmack- und gehaltvollen Alb-Leisa wieder angebaut werden und ein Arche-Produkt von Slowfood geworden sind. Wir kochen mit der Alb-Leisa während der schwäbischen Wochen – erstens weil sie intensiver schmecken als die Supermarkt-Linsen und zweitens möchten wir das Projekt „Alb-Leisa“ unterstützen.

 

 

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