Nordsee – Wochen ab 12. Juli


Nordsee – Wochen ab 12. Juli

„Inselurlaub“ und „Wattenmeer“ sind die beiden Begriffe, die den meisten von uns zuerst in den Sinn kommen. Fast jeder hat als Kind schon mal einen (meist verregneten) Sommerurlaub hier verbracht und Krabbenbrötchen direkt vom Kutter gegessen. Während vielen diese Erfahrung für den Rest ihres Lebens reicht und sie mit der Bemerkung „man weiß ja nie, ob das Meer gerade da ist“, weitere Nordsee-Urlaube kategorisch ablehnen, werden andere zu Stammgästen. Das Reizklima hier oben zwingt geradezu zum dreiwöchigen Urlaub – die erste Woche schläft man nur, die zweite gewöhnt man sich an das Klima, in der dritten setzt dann der Erholungseffekt ein.

Genauso wie Gummistiefel und Friesennerz zur Grundausstattung gehören, ist der morgendliche Gang zum Fischkutter ein fester Bestandteil des Tagesablaufes – merke: die Nordsee ist nichts für Langschläfer, der Fang wird nämlich am frühen Morgen verkauft!

Die Menschen hier oben sind nicht für ihre Redseligkeit bekannt, ein schlichtes „Moin“ muss reichen, auch von ausschweifenden Festen weiß kaum einer zu berichten. Dafür gibt es auch kein überflüssiges Getue – man meint was man sagt und steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Auch die traditionellen Gerichte des Nordens sind eher schlichter Natur: Fisch und Kartoffeln, gekocht oder gebraten. Beeindruckend ist die Vielfalt der Speisen, die man aus diesen Komponenten herstellen kann und eigentlich braucht man auch nicht mehr als fangfrischen Fisch und ein bisschen was dabei, getreu dem Motto “weniger ist mehr”.

Neben den bereits erwähnten Krabbenbrötchen, die eigentlich nur ein Snack sind, gibt es als Spezialität des Nordens Matjes und Labskaus.

Glückstädter Matjes

Im Mai und Juni, wenn der Hering besonders fett ist, wird er gefangen und zu Matjes verarbeitet. Traditionell wird der Glücksstädter Matjes von Hand gekehlt und ausgenommen, dabei verbleibt die Bauchspeicheldrüse im Fisch. So können die natürlichen Enzyme den Fisch im Salzfass vom Hering zum zarten Matjes reifen lassen. Erst danach wird in Handarbeit die Gräte entfernt. Der industriell hergestellte Matjes wird direkt nach dem Fang maschinell ausgenommen und mithilfe von künstlichen Enzymen und Reifebeschleunigern zu Matjes verarbeitet.

Labskaus 

Bereitet man das Seemannsgericht auf traditionelle Weise zu, erhält man einen rötlichen Brei, der alles andere als appetitlich aussieht – auf hoher See hatte man keine Wahl und schließlich ist Labskaus gesund und nahrhaft. Umso schöner, dass dieses Gericht in unserer modernen “das-Auge-ißt-mit” Gesellschaft einen Platz gefunden hat. Mit ein bisschen frischem Grün, geschickter Platzierung auf dem Teller und einem Spiegelei – Überwurf läßt es sich ganz gut aufhübschen und gesund ist es nach wie vor.

Bier und Köm 

Die Tatsache, dass es hier oben fast immer 5-10 Grad kälter ist als anderswo, rechtfertigt den Einsatz von Schnaps (Köm) zu jeder Tageszeit, schließlich sind wir hier in der Heimat des “Pharisäer”.

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