Bunte Kartoffeln

Bunte Kartoffeln

Manche sortieren sie wortlos an den Tellerrand, andere winken den Service herbei und fragen, was wir da zwischen die Bratkartoffeln gemischt haben – je nach Temperament des Gastes. Niemand erwartet bunte Kartoffeln. Die landläufige Meinung ist, Kartoffeln sind gelblich, schmecken eigentlich nach nichts und dienen dazu, in die Soße gemust zu werden.

Kartoffelvielfalt

Das war nicht immer so. Bevor wir begonnen haben, uns von dem zu ernähren, was große Supermarkt-Ketten uns anbieten, gab es Einkellerungskartoffeln. Noch in meiner Kindheit fuhren im Herbst die Eifel-Bauern durch die Dörfer, Familien kauften einige Zentner Kartoffeln und verbrauchten sie im Laufe des Winters. Jeder Landstrich hatte eigene Kartoffelsorten, die sich im laufe der Jahrhunderte perfekt an das Klima und die Böden angepasst haben. Damals ging es nicht um Form, Größe oder Farbe – man pflanzte die Kartoffel, von der man wusste, sie gedeiht in dieser Gegend und schmeckt.

Heute müssen Kartoffeln bestimmte Normen erfüllen, um in die Supermarktregale zu gelangen, es wird nur noch zwischen fest- und mehligkochend unterschieden. Kein Wunder, dass der Verbraucher nichts anderes mehr kennt.

@Kartoffelvielfalt

Der Hof „Kartoffelvielfalt“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Sorten wiederzubeleben und mit viel Handarbeit zu kultivieren. Von dort beziehen wir unsere Kartoffeln, einfach weil sie schmecken – und zwar unterschiedlich. Natürlich wollen wir die Arbeit des Hofes unterstützen und unsere Gäste auf die ursprüngliche Vielfalt hinweisen – aber es sieht auch einfach schön aus!

Die Gastronomie nutzt zumeist die stäbchenförmige, frittierte Variante oder erleichtert sich die Arbeit mit bereits maschinell vorgeschälten, geschwefelten Einheitskartoffeln. Unser Herz hingegen schlägt für die traditionelle Kochkunst, da gehört Kartoffeln schälen einfach dazu.

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