Die bunten 70er Jahre


Die bunten 70er Jahre

Zur Abwechslung machen wir diesmal keine Regional- sondern eine Zeitreise: es geht zurück in die 70er Jahre. Für alle, die zu jung sind, um sich erinnern zu können: es war die Zeit, in der man beim telefonieren nicht als erstes gefragt hat: „Wo bist du gerade“? Es war klar, der Angerufene stand im Flur – dort war das Telefon. Es war die Zeit der Ringelpullis, Schlaghosen und Plateauschuhe, als Jugendlicher hatte man sich zwischen Popper und Hippie zu entscheiden und traf sich nachmittags in der Eisdiele. Eine Kugel Stracciatella-Eis hat 20 Pfennig gekostet, Twix hieß noch Raider und Flugreisen waren etwas ganz besonderes – meistens fuhr man ins Jugend-Zeltlager nach Holland.

Kulinarisch sind die 70er schwer zu greifen: zwar wurde über den Tellerrand geschaut und mit internationaler Küche geliebäugelt, im Alltag aber kam Hausmannskost auf den Tisch. Die Büffets der beliebten Cocktailparties im hauseigenen Partykeller waren genauso bunt, wie die Kleidung der Gäste: Fliegenpilz-Tomaten, Käse-Igel, russische Eier und Pizza. Wer als gehobenes Restaurant etwas gelten wollte, hat französisch oder italienisch gekocht, der traditionellen „gutbürgerlichen“ Küche hat sich keiner der führenden Köche verschrieben. Es ging weder um gesunde Ernährung, noch um Nachhaltigkeit – im Gegenteil: je exotischer eine Zutat war, desto gefragter. So wurde beispielsweise roter oder schwarzer Kaviar (je nach Geldbeutel) auf die russischen Eier gelegt, einfach weil es so schön bunt war.

Wir wünschen viel Spaß beim schwelgen in Erinnerungen oder neu probieren – uns jedenfalls hat die Vorbereitung viel Spaß gemacht!