Mia san mia – Oberbayern


Mia san mia – Oberbayern

Während Corona waren wir oft allein im Restaurant, ehrlich gesagt sogar meistens. Ab und zu kam jemand von Euch vorbei und hat was zu Essen abgeholt. Wie gesagt, wir hatten viel Zeit. Ein Thema tauchte beinahe täglich in den Unterhaltungen (auch mit Abholern) wieder auf: mit welcher Region machen wir wieder auf?

Oberbayern

Je länger unsere Zwangspause andauerte, desto höher wurde die Latte gehängt: es sollte etwas beliebtes, mit hohem Wiedererkennungswert sein, natürlich auch lecker und spezifisch für die Region. Gleichzeitig sollte die neue Region gut zur draußen-Sitz-Saison passen, denn der Sommer war inzwischen da – nicht zuletzt wollen wir endlich wieder Geld verdienen! Was liegt da näher als ein bayerischer Biergarten, dem König unter den wir-sitzen-draußen-und-genießen-das-Leben Orten?

Aber Bayern ist groß und da wir in der Vergangenheit schon in Niederbayern, Allgäu, Ober-und Unterfranken waren, haben wir uns für Oberbayern entschieden. Zusätzlicher Pluspunkt hier: wir kannten die Region bereits aus früheren Reisen und ein Auffrischungs-Kurztrip genügte zur Vorbereitung. 

Oberbayern, das ist in den Augen der Münchner vor allem ihre Stadt mit ein bisschen Umland. Dass der liebe Gott dieses besonders schön gestaltet hat, sehen sie als eine ihnen gebührende, Selbstverständlichkeit an – wer sonst hat bitteschön einen Starnberger See und Alpenpanorama im Vorgarten?

Überhaupt, der Münchner an sich ist ein ganz besonderes Gewächs und sieht sich auch als solches – nicht umsonst  seufzte schon bei Ludwig Thoma der liebe Gott: “Aha, ein Münchner!” beim Anblick des Engels Aloisius.

Anstatt im mondänen, aber momentan doch recht trostlosen (weil leeren) München Quartier zu machen, haben wir  uns zwischen den Seen und Brauereien des Umlandes umgeschaut. Man kann wirklich keine 50 km durch die Oberbayerische Landschaft fahren, ohne ein Schloss, einen See oder eine Brauerei zu sehen – meistens alles drei. So entwickelte sich Bier kaufen, an einen See setzen und picknicken zu einer wiederkehrenden Beschäftigung, die Gasthäuser hatten ja noch zu.

Das Kulturprogamm zwischendurch haben wir nach dem Zufallsprinzip ausgewählt – mal waren es geschichtsträchtige Orte wie Oberammergau mit seinen Lüftlmalereien, mal eine klitzekleine Kirche mitten auf dem Feld, dann wieder die Wirkstätten der Malergruppe “Blaue Reiter” rund um Murnau. Kann man schon verstehen, die Könige und Maler, die sich diese Gegend zum Lebensmittelpunkt erwählt haben!

Leider hatten wir Corona-bedingt nur mit wenigen Menschen zu tun, Betriebsbesichtigungen und dem-Koch-über-die-Schulter-gucken wie sonst, war leider nicht möglich. Erwähnen möchte ich aber, dass wir (wie sonst auch) durchweg auf positives Interesse gestoßen sind, keine Spur vom berüchtigten “bayerischen Grantler”. Ob das an unserer Mission und Interesse an regionaler Kost oder an der besonderen Situation lag, wir wissen es nicht…..

Mitgebracht haben wir Käse und Bauernspeck (Heufleisch) von Schönegger, Weissbier der Brauerei Karg aus Murnau und schöne Rezepte für Haxn, Obazda und Leberkaas, viel Spaß beim probieren!