Franken (Oberfranken)


Franken (Oberfranken)

Wir möchten auf zwei hochkarätige Veranstaltungen im November hinweisen:

10. November um 15.00 Uhr: Buchvorstellung Alisa Weil „Deutschland – Palästina und zurück“ von Carsten Teichert, begleitet von einer kleinen Manfred Weil Ausstellung

18. November um 19.00 Uhr: Enno Kalisch und Markus Melchers, die „SINNERFINDER“

Heimat der Biere

Franken war eine der ersten Regionen, die wir im Sinne der Deutschlandreise bereist haben. Damals (Sommer 2017) haben wir uns hauptsächlich auf die Region rund um den Main, also “Wein-Franken” konzentriert. Mindestens genauso bekannt und beliebt ist Franken bei Biertrinkern – nirgendwo auf der Welt ist die Brauerei-Dichte so hoch wie in dem Dreieck Nürnberg-Coburg-Bayreuth. Die “Heimat der Biere” bewahrt die Tradition der Bock-, Fest- und Rauchbiere samt der dazugehörigen Feste – keine Jahreszeit vergeht ohne ein großes Fest mit Spezialbieren. Auch viele der Brauereigasthöfe in den Dörfern leben noch – hier wird das Bier nur für den eigenen Ausschank gebraut. Beim abendlichen Essen im Gasthaus habe ich des öfteren beobachtet, wie Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts mit großen steinernen Krügen kamen und nach wenigen Minuten wieder gingen. Auf Nachfrage bekam ich neben einem freundlich-mitleidigen Lächeln die Erklärung: da das Bier nicht in Flaschen abgefüllt wird, kommen sich die Dörfler ihre “Seidla” Füllung abends holen. Daher auch der praktische Deckel auf dem Bierkrug – habe ich bisher für Zierrat gehalten!

Schäufeleland

Das “Schäufeleland” und die “Heimat der Biere” sind geografisch gesehen beinahe Deckungsgleich, sprich: zu Schäufele und Krustenbraten trinkt man Bier. Nicht irgendein Bier bitte, es sollte schon ein regionales sein. Idealerweise sind Bauer, Metzger und Brauerei im gleichen Dorf beheimatet – die Franken haben es geschafft, in den Ortschaften traditionelle Metzger, Bäcker und Brauer zu bewahren.

deutschlandreise franken, nürnbergDas ist auf meinen Reisen durch Deutschland überhaupt immer ein Zeichen für gehobene Esskultur und Grund genug, sich genauer umzusehen. Wenn ich in den Dörfern Metzger, Bäcker und kleine Läden für den täglichen Bedarf sehe, weiß ich: hier wird noch frisch gekocht! 

Zurück zu Schäufele und Krustenbraten, der Fränkischen “Königsmahlzeit”. Es handelt sich hierbei um einen Braten aus der Schweineschulter, der mitsamt des namensgebenden Knochens gebraten wird – der Schulterknochen hat die Form einer kleinen Schaufel. Als besonders zart gepriesen wird das Fleisch an der Unterseite des Knochens, das sogenannte „Bürgermeisterstück“. Die edlere, moderne  Variante ist der Krustenbraten, der zwar auch mit Schwarte geschmort wird, aber ansonsten kaum Fett enthält. Traditionell werden sie im Backofen zubereitet, was für eine schöne Kruste und Bratensaft sorgt. Letzterer wird zu einer dunklen Soße verarbeitet, die allerdings nicht gebunden wird – praktischerweise bekommt man meist einen kleinen Löffel serviert, soll ja nichts verschwendet werden! 

deutschlandreise franken marktplatzAllerdings ist diese Köstlichkeit eher den Sonn-und Feiertagen vorbehalten, ein typisches Alltagsessen ist die “Bamberger Zwiebel”. Auf den Sandböden an der Regnitz bilden Zwiebeln ein besonderes Aroma, intensiv aber nicht scharf. Der großflächige Anbau brachte den Bambergern den Spitznamen “Dswiebldreedä” (Zwiebeltreter) ein – die jungen Zwiebeltriebe wurden umgetreten um das Knollenwachstum zu fördern. Gefüllt mit Hackfleisch ist die Bamberger Zwiebel gar köstlich und hat ihren festen Platz in der fränkischen Küche. Ob man tatsächlich Rauchbier dazu trinken sollte, ist Geschmackssache!